• Mein neues Arbeitstier

    2020-07-08 17-24-10 (A,Radius8,Smoothing4)

Gut 4½ Jahre hat meine Celsius W550 Workstation von Fujitsu klaglos ihren Dienst versehen. Nun ist sie aber doch etwas in die Jahre gekommen und da ich auch vermehrt Videos bearbeite, war es an der Zeit, mich nach etwas Neuem umzuschauen.

Da ich immer noch bei Fujitsu arbeite und Fujitsu immer noch ein umfangreiches Workstation Sortiment anbietet, lag es natürlich nahe, auch wegen den vorzüglichen Mitarbeiterkonditionen, mir aus diesem Sortiment ein System zu konfigurieren.

Meine Anforderungen an das neue System sahen in etwa so aus:

  • Leistungsfähigere CPU mit mehr als 4 Cores (aktuell im W550; Xeon CPU mit 4 Cores)
  • 64GB Arbeitsspeicher (aktuell 32GB)
  • Gleichwertige oder bessere Grafikkarte (aktuell Nvidia Quadro M4000)
  • Genügend SSD Speicher (NVMe), um die aktuellen Bilder und Videos zu bearbeiten (aktuell 2 x 256GB SATA SSD)
  • 2 grosse SATA Harddisk für Daten, Bilder und Videos, die bereits bearbeitet wurden (aktuell 2 x 4TB)

Für diese Anforderungen ist das Fujitsu Model Celsius M7010 wie gemacht. Folgende Konfiguration habe ich dann schlussendlich bestellt:

  • CPU Intel Xeon W-2265 12 Cores mit 3,5Ghz Grundfrequenz und bis zu 4,6Ghz Turbofrequenz
  • 4 x 16GB RAM, Total 64GB (so sind alle 4 Speicher Kanäle der CPU mit einem DIMM bestückt = beste Speicherperformance)
  • Nvidia Quadro RTX 4000 mit 8GB RAM
  • 1 x 1TB Boot SSD PCIe M.2 NVMe Highend
  • 2 x 2TB SSD PCIe NVMe Highend card
  • 2 x 6TB SATA HD 7,2k Business Critical (24×7 Betrieb)
  • Frontpanel mit USB 3.1 (gen2)
  • Lizenz für Windows 10 Pro Workstation für > 4 Cores

Es gäbe alternativ auch noch das Model M7010X, welches ausschliesslich mit Core i9 CPUs konfiguriert werden könnte. Ich bevorzuge die Xeon CPUs, da diese mit ECC Memory umgehen können! Für noch höhere Ansprüche gäbe es dann auch noch den M7010 in der Variante ‘Power’, welcher mit einer stärkeren Stromversorgung ausgestattet ist und dementsprechend noch leistungsfähigere Grafikkarten und diese auch in Stückzahlen von zwei, betreiben kann.

Am 7. Juli war es dann soweit und ich konnte das neue System in unserem Lager in Bachenbülach abholen.

Der erste Eindruck war dann wie bei den Vorgängersystemen sehr positiv, da diese Systeme sehr durchdacht, aufgeräumt und qualitativ hochwertig daherkommen – wie es sich für professionelle Workstations auch gehört.

Auf dem folgenden Bild sind die wichtigsten Komponenten sichtbar (CPU, Speicher, Boot-SSD und PCIe Karte mit den 2 x 2TB SSDs)

CPU, Memory, Grafikkarte, 1 x 1TB und 2 x 2TB (PCIe Karte) NVME SSD

CPU, Memory, Grafikkarte, 1 x 1TB und 2 x 2TB (PCIe Karte) NVME SSD

In der Front sind unter einer Abdeckung die Steckplätze für bis zu 4 x Harddisk zu finden. Dies wird als Cold-plug-Technologie bezeichnet.

4 x SATA Harddisk von Vorne zugänglich

4 x SATA Harddisk von Vorne zugänglich

Gut eine Woche hat es dann gedauert, bis das System mit allen benötigten Programmen und den Daten des alten Systems neu aufgesetzt war – natürlich alles in der Freizeit 🙂

Da ich dann vom neuen System richtig begeistert war, habe ich mich kurzerhand entschlossen, die ganze Verkabelung rund ums System zu erneuern. Ziel dabei war, so wenig sichtbare Kabel wie möglich und ein einigermassen aufgeräumter Arbeitsplatz. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da es doch auch immer wieder Probleme mit zu kurzen Kabeln gibt …

Folgende Peripherie musste angeschlossen werden:

  • Eizo CG318 als Hauptmonitor am ersten Display Port der Grafikkarte.
  • Eizo EV2451 als zweiter Monitor am zweiten Display Port der Grafikkarte

An die sechs rückseitigen USB Ports:

  • Logitech Tastatur
  • Wacom Tablet
  • Epson R2880 Photo Drucker
  • Rode Mikrofon
  • Eizo CG318 inkl. USB Hub
  • Eizo EV2451 inkl. USB Hub

Am USB-C Anschluss der Grafikkarte (glücklicherweise gibt es diesen!), ist das Drobo 5D3 angeschlossen (Backup via Robocopy).

USB Hub am Eizo CG318:

  • Elinchrom EL-Skyport USB Transceiver
  • Logitech MX Anywhere 2 Empfänger (Maus)
  • 1 Anschluss zur Verfügung

USB Hub Am Eizo EV2451:

  • Logitech Webcam
  • 1 Anschluss zur Verfügung

Im nächsten Bild ist der neu verkabelte Arbeitsplatz zu sehen. Natürlich sieht man den Kabelstrang, welcher fast alle oben aufgeführten Verbindungen beinhaltet. Wichtig für mich; keine Kabel auf der Arbeitsfläche und keine losen Kabel am Boden. Ausserdem auch wichtig, die Zugänglichkeit der vorderen 4 USB Anschlüsse.

Mein Arbeitsplatz ...

Mein Arbeitsplatz …

Und jetzt natürlich die alles entscheidende Frage: Hat sich diese Anschaffung und der damit verbundene Aufwand gelohnt?

Aus meiner Sicht, ein klares JA!

Natürlich funktionieren Standard Programme und dazu zähle ich unter anderen auch Photoshop und Lightroom nicht spürbar besser oder schneller. Was sicher massiv schneller abläuft, ist der Bilderimport via Lightroom von einer XQD Karte auf die dafür vorgesehene NVMe SSD. Auch um einiges flotter scheint mir der Export aus Lightroom zu funktionieren. Das wird sich dann definitiv aber erst zeigen, wenn eine grössere Anzahl Bilder für z.B. LRTimelapse exportiert werden muss.

Eine massive Verbesserung ist aber natürlich mit DaVinci Resolve, meinem bevorzugten Videoschnitt-Programm, zu vermerken. Um dies auch mit ein paar Grafiken zu zeigen, habe ich als erstes den von vielen verwendeten Disk Speed Test von Blackmagic Design auf die NVMe SSD losgelassen. Dabei kommen doch eindrücklich hohe Zahlen heraus …

Blackmagic Diskspeed auf 2TB NVMe SSD

Blackmagic Diskspeed auf 2TB NVMe SSD

Als nächstes habe ich dann DaVinci Resolve gestartet und habe ein 4k Video aus der DJI Mavic Pro 2 (H.265 Codec) in  die Timeline gezogen, habe ein bisschen Color Grading darauf gelegt (DJI Lut, Schärfen etc.) und habe dann dieses Video rückwärts abgespielt. Die dabei erzeugte Last auf der CPU (12 Cores, 24 Threads) und der GPU sind in den nachfolgenden Screenshots des Taskmanagers zu sehen. Daraus ist ersichtlich, dass dieser Vorgang das System (zumindest die CPU) nur minimal belastet hat und dementsprechend noch massiv Reserven vorhanden sind. Natürlich wurde das Video komplett ruckelfrei und mit der vollen Framerate (30 Bilder/s) abgespielt (rückwärts!).

CPU Auslastung mit DaVinci Resolve

CPU Auslastung mit DaVinci Resolve

GPU Auslastung mit DaVinci Resolve

GPU Auslastung mit DaVinci Resolve

Nun hoffe ich natürlich, dass sich auch diese Workstation über einen längeren Zeitraum stabil verhält und das auch nach 3 – 4 Jahren die dann aktuelle Software nicht nach noch mehr Leistung verlangt!

17 Juli 2020, von Beat
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