• Home-Videostudio mit Green Screen - Workflow in DaVinci Resolve

    200926 MeinVideostudio GreenScreen

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In diesem Video zeige ich, wie ich in meinem Home-Videostudio mit doch etwas beschränkten Platzverhältnissen eine Umgebung für Green Screen Aufnahmen eingerichtet habe. Ausserdem möchte ich auch zeigen, wie ich dann die Aufnahmen in DaVinci Resolve so weiterbearbeite, dass diese Technik auch sinnvoll genutzt werden kann.

Unter dem Video findest Du den kompletten Text aus dem Video.

Home-Videostudio mit GreenScreen – Workflow in DaVinci Resolve

Grüezi und herzlich Willkommen.

In diesem Video zeige ich, wie ich in meinem Home-Studio mit doch etwas beschränkten Platzverhältnissen eine Umgebung für Green Screen Aufnahmen eingerichtet habe.

Zu diesem Thema sind bei Youtube bereits unzählige Videos zu finden und trotzdem möchte ich meine Erfahrungen die ich gemacht habe weitergeben. Ich habe sehr viel ausprobiert, immer wieder alles umgebaut und bin dabei x-mal gescheitert.

Ausserdem möchte ich auch zeigen, wie ich dann die Aufnahmen in DaVinci Resolve so weiter bearbeite, dass diese Technik auch sinnvoll genutzt werden kann.

Setup im ‘Videostudio’

Dieses Video ist mit dem nachfolgend gezeigten Setup aufgenommen und wie man sieht, ist es sehr einfach, den Hintergrund durch beliebige Standbilder oder auch Videos zu ersetzen.

Ich möchte diese Technik nutzen, um in meinen Videos einen beliebigen Hintergrund, natürlich passend zum Thema, oder aber auch kurze Videosequenzen im Hintergrund abzuspielen. All dies ist mit diesem Setup möglich, allerdings ist der Aufbau in einer Umgebung mit eingeschränkten Platzverhältnissen doch sehr aufwendig.

Natürlich muss dann auch noch der Vordergrund, sofern dieser im Bild sichtbar sein soll, richtig gestaltet werden.

Mein komplettes Setup steht auf einer Fläche von gerade 10,8 Quadratmeter und passt so genau in mein Büro ohne dass ich mich allzu stark einschränken muss.

Wegen den eingeschränkten Platzverhältnissen habe ich mich für einen zusammenlegbaren Green Screen von Lastolite in der Grösse 6′ x 7′ Fuss entschieden. Dieser kann bei Bedarf mit zwei Stativen und einer horizontalen Stange in der benötigten Höhe montiert werden. 6 x 7 Fuss sind in unserem Längenmass ca. 183 x 213 cm. Zusammengelegt benötigt dieser sehr wenig Platz.

Ich präsentiere lieber sitzend und habe deshalb dieses Setup mit dem Tisch gewählt. Der Laptop ist nicht nur Dekoration, sondern dient dazu, den Teleprompter, den ich zwingend brauche, anzusteuern. Dabei nutze ich eine Billig-Lösung mit einem über USB angeschlossenen DisplayLink Monitor von ASUS, welcher nicht vor, sondern neben dem Objektiv platziert ist. Als Software nutze ich das kostenlose Google Chrome Plugin ‘Tellyprompt’.

Das am schwierigsten zu lösende Thema ist die Beleuchtung der Szene und auch die des Green Screens. Wenn diese nicht 100% passt ist es in der Nachbearbeitung fast unmöglich, den Green Screen sauber freizustellen. Diesbezüglich habe ich wirklich viel herumprobiert, habe Youtube Videos angeschaut, habe zu guter letzt aber auch festgestellt, dass auch die Art der Nachbearbeitung eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Dazu aber später mehr ….

Schlussendlich habe ich ein funktionierendes Setup hingekriegt in dem ich den Abstand vom Tisch zum Green Screen vergrössert habe, den Green Screen mit zwei seitlich positionierten LED Flächenleuchten separat beleuchte und eine zusätzliche LED Leuchte von hinten oben auf die Szene richte. Von vorne wird die Szene mit der neu angeschafften GODOX FV150 150 Watt LED Leuchte mit montierter Rotalux DeepOcta Softbox ausgeleuchtet. Wichtig ist, dass der Green Screen so homogen und schattenfrei wie möglich beleuchtet wird und dass das Grün nicht auf Gegenstände reflektiert wird, welche sichtbar bleiben sollen.

Aufgenommen werden die Szenen von einer Nikon Z6 auf einen über HDMI angeschlossenen Atomos Ninja V Recorder. Dabei gibt die Z6 ein logarithmisches 10 Bit N-Log Signal aus, welches der Atomos in ProRes HQ aufnimmt. Aktuell nehme ich in 4k mit 30 Bildern pro Sekunde auf.

Der Bildschirm des Atomos, welcher nach vorne gerichtet ist, dient für mich auch als Kontrollmonitor, nicht zuletzt auch um zu sehen, ob die Aufnahme gestartet hat. Starten und Stoppen der Aufnahme passiert über die Funkfernsteuerung von Yongnou.

Diese Funktion kann so erst seit dem letzten Firmwareupdate von Nikon für die Z6 und Z7 mit der Version 3.1 genutzt werden. Davor hatte das für diese Funktionalität benötigte Aktivieren der Auslösetaste für Filmaufnahmen zu Fehlfunktionen der Kamera geführt.

Leider kann auch die Nikon Original Funkfernsteuerung nicht genutzt werden, da der Empfänger mangels Platz nicht gleichzeitig mit dem HDMI Kabel gesteckt werden kann.

Der Ton wird über eine Funkstrecke von Rode direkt vom Empfänger via Audio-Kabel mit dem Mikrofon-Eingang der Nikon Z6 verbunden. Dadurch werden Probleme mit Audio Delay vermieden, welche dann auftreten würden, wenn das Audio-Kabel des Rode Empfängers direkt mit dem Atomos Rekorder verbunden würde. Alle Komponenten sind übrigens mechanisch mit Produkten von SmallRig am Kamera Rig, welches ebenfalls von SmallRig kommt, angebracht.

Wenn dann alle Aufnahmen im Kasten sind, geht es an die Nachbearbeitung am Rechner. Um das zu zeigen wird kein Green Screen, sondern eine Screen Recording Software benötigt. Ich nutze für die Nachbearbeitung DaVinci Resolve Studio von Blackmagic und fürs Screen Recording das Produkt Camtasia von TechSmith.

Bearbeiten in DaVinci Resolve

Ich habe nun die Aufnahmen mit dem Green Screen im Kasten und sitze vor dem Rechner und möchte zeigen, wie diese Videoclips so bearbeitet werden, dass der grüne Hintergrund durch ein beliebiges Bild oder einen weiteren Clip ersetzt werden kann.

Ein leeres Projekt ist bereits geöffnet und die Projekteinstellungen sind aus einem Preset geladen.

Nun müssen noch die Medien zugefügt werden. Ich füge einen einzelnen Clip aus dem Atomos in 4k ein, benötige aber für die Demo auch noch einen Hintergrund. Zwei Bilder und ein Videoclip sollten genügen.

Nun wechsle ich in den Edit Modus und füge zwei kurze Sequenzen aus dem Vordergrund Video ein. Ich füge nur das Video ohne Audio ein, da wir Audio für diese Demo nicht benötigen. Der Vordergrund Clip wird in die Videospur 2 gelegt, da wir die Spur 1 dann für den Hintergrund benötigen.

Da mein Ausgangsmaterial aus der Nikon Z6 und dem Atomos Recorder im Farbraum Rec2020 vorliegt, muss dieses zuerst in den Farbraum Rec709 konvertiert werden. Dazu könnte die von Nikon zur Verfügung gestellte LUT genutzt werden und dies wäre auch der einfachste Weg, wenn wir für diese Aufgabe das Color Modul nutzen würden.

Dieses Vorgehen zeige ich auch als erstes, weise aber jetzt schon darauf hin, dass dies aus meiner Sicht nicht die beste Lösung ist. Wir wechseln also ins Color Modul und legen als erstes mit ALT-S zwei weitere Nodes an. Auf den ersten Node legen wir die LUT von Nikon. Dies kann über das Kontextmenü vorgenommen werden.

Alternativ können wir dafür auch den Effekt ‘Color Space Transform’ auf diesen Node legen und bei den Effekt Einstellungen im Inspektor entsprechend dem Material einstellen. Diese Methode bringt aus meiner Sicht bessere Resultate und kann so auch mit Fusion genutzt werden.

Ich zeige jetzt diese Einstellungen, da ich diese genauso dann auch in der Methode mit Fusion nutzen werde. Ich setzte den Node mit der LUT zurück und konfiguriere den Effekt im Inspektor. Input Color Space ist in meinem Fall Rec2020, Input Gamma ist Nikon N-Log und Output Color Space als auch Output Gamma werden auf Rec709 gesetzt.

Auf dem zweiten Node werden dann die generellen Korrekturen wie Helligkeit, Farbsättigung und auch Schärfen vorgenommen. Der dritten Node dient nun noch dazu, den grünen Hintergrund zu eliminieren. Dazu müssen wir zuerst einen Alpha Kanal zufügen, rechte Maustaste im Bereich der Nodes, und danach verbinden wir den entsprechenden Ausgang des letzten Nodes mit dem Alpha Kanal.

Nun benötigen wir den Qualifier, um den Farbanteil zu bestimmen, welcher schlussendlich transparent sein wird. Dies wird mit dem Color Picker bewerkstelligt. Die nun erzeugte Maske muss noch invertiert werden und dann ist sehr viel Feinarbeit nötig, um eine saubere Freistellung zu erreichen. Mit dem + Picker können weitere Farbbereiche aufgenommen werden. Die Ansicht kann mit den Symbolen neben dem Kontrollmonitor so angepasst werden, dass die Maske besser sichtbar ist. Mit all den zusätzlichen Reglern und Hilfsmittel kann die Freistellung optimiert werden. Ich habe damit aber leider nie ein perfektes Resultat erreicht.

Deshalb habe ich eine alternative Methode gesucht und bin bei YouTube fündig geworden. In Fusion gibt es das Modul ‘Delta Keyer’, welches um einiges bessere Resultate mit weniger Aufwand liefert. Dieses Modul ist unter Effekte bei den Tools im Unterordner ‘Matte’ zu finden. Oder einfacher mit Shift-Leertaste und dann ‘Delta… eingeben und aus der Liste wählen. So habe ich es mit einer Kombination aus Color und Fusion Modul versucht, habe aber auch damit nicht wirklich befriedigende Resultate erzielt. Grund könnte sein, dass in Fusion die Anpassungen des Color Moduls nicht sichtbar sind – liegt aber vielleicht an einer Einstellung, die ich nicht kenne. 😉

Erst der Versuch, alles in Fusion zu regeln, hat zu brauchbaren Ergebnissen geführt und dies will ich nun im nächsten Beispiel zeigen. Auf YouTube habe ich auch noch Videos gefunden, welche eine Kombination von Clean Plate und Delta Keyer nutzen, habe das auch versucht, wobei damit aber mein neuer Rechner beim Smart Rendering in die Knie gezwungen wurde. Erleichtert war ich dann als ich ein Video gefunden habe, welches gezeigt hat, dass beim Delta Keyer die Funktion von Clean Plate mitintegriert ist. So habe ich mir aus all den Informationen den nachfolgenden Workflow definiert.

Als erstes müssen wir auch bei dieser Vorgehensweise den Farbraum konvertieren. Dazu kann auch in Fusion das Werkzeug mit der Bezeichnung Color Space Transform genutzt werden. Dieses fügen wir als erstes ein und können dann im Inspector, wie im Color Modul, die korrekten Werte erfassen. Danach füge ich einen Node für Helligkeit und Kontrast ein und auch da können im Inspektor mit den Reglern, welche in etwa dem Color Modul entsprechen, entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Als nächstes füge ich noch einen Node fürs Schärfen ein. Bei diesem Node muss darauf geachtet werden, dass die Schärfe nicht übertrieben korrigiert wird, da schon kleinste Werte einen massiven Einfluss haben. Ich setzte den Wert auf 0,5 und schwäche in dann noch zusätzlich ab. Als letztes kommt nun noch der Delta Keyer, mit welchem die grüne Farbe eliminiert oder auf Transparent gesetzt wird. Für den Delta Keyer nutze ich beide Monitore, wobei der linke auf den Alpha Kanal gesetzt wird.

Zuerst wird mit dem Key Werkzeug die grüne Farbe aufgenommen. Dazu muss die Maustaste gehalten werden. Ich nutze die Ansicht im Alpha Kanal und beobachten den Schwarzanteil, um die beste Stelle zu suchen. Danach setze ich die Ansicht auf Pre Matte und kann nun mehrere Bereiche auswählen. Mit dem Erode Regler kann eine Feinjustierung vorgenommen werden. Um feine Korrekturen vorzunehmen, kann die CTRL Taste gedrückt gehalten werden. Auch die Regler ‘Softrange’ und ‘Blur’ können für die Feinjustierung genutzt werden. Nun wird die Ansicht auf Matte gesetzt und mit dem Threshold, Fore- und Background Regler werden weitere Optimierungen vorgenommen. Zu guter Letzt setzte ich die Ansicht auf Final Result und versuche, problematische Stellen mit den Reglern ‘Restore Fringe’, ‘Erode / Dilate’ und ‘Blur’ zu optimieren. Auch dabei ist es hilfreich, die Regler mit gedrückter CTRL Taste zu nutzen, da damit feinere Einstellungen möglich sind.

Mit Zoom und verschieben des Ausschnitts sollten kritische Stellen überprüft werden. Wenn alles soweit perfekt aussieht, wechsle ich zurück ins Edit Modul und ziehe den gewünschten Hintergrund in die Video Spur 1 und überprüfe, ob auch da alles sauber aussieht.

Ich lege bewusst keine Kompositionen mit Vorder- und Hintergrund an, da ich nach meinem dafürhalten mit diesen 2 separaten Videospuren einfacher weitere Spuren dazu nehmen und beliebige Überblendungen einfügen kann. Die Render-Cache Einstellungen sind auf Smart gesetzt, so dass das Rendering immer automatisch nach Änderungen durchgeführt wird. Daraus ergeben sich einige Wartezeiten, dafür kann dann das Resultat ruckelfrei abgespielt werden.

Wenn Du zu diesem Workflow Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge einbringen möchtest, nutze bitte die Kommentarfunktion. Ich bin in diesem Gebiet ein absoluter Neuling und bin für jeden Hinweis, welcher eine Optimierung bringen könnte, dankbar.

26 September 2020, von Beat
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